Journal von Hademarern für Hademarer um Hademare!

Freitag, 2. Januar 2015

PEGIDA - Zündstoff für politische Parteien?

PEGIDA ist innerhalb kürzester Zeit zu einem Schlagwort von politischer Brisanz geworden. Ein völlig neues Phänomen, welches die konservative Politik überfordert und Sozialwissenschaftler vor ein Rätsel stellt

   Viel ist über Pegida (Patriotische Europäer Gegen die Islamisierung des Abendlandes) nicht heraus zu finden, denn die Bürger teilen sich nicht sonderlich der Presse mit. Lediglich der ständig wachsende Zulauf an Bürgern, welche sich zu einem Abendspaziergang treffen, ist erstaunlich. Wo zu Anfang, am 20. Oktober 2014, sich rund 350 Bürger in Dresden an einem Abendspaziergang beteiligten, verdoppelte sich die Zahl der Teilnehmer von mal zu mal. So, dass sich am 22. Dezember 2014 bereits sage und schreibe 17.500 Bürger zu einem montäglichen Spaziergang einfanden. Dieser Masse an Spaziergängern standen ganze 691 Polizeibeamte für Ruhe und Ordnung zur Verfügung.

   Große Zwischenfälle waren bei dem Spaziergang aber nicht verzeichnet worden. Lediglich ein Jugendlicher kassierte sich eine Ohrschelle auf dem Weg zur Gegendemo und 19 Personen wurden des Platzes verwiesen. Lapidare Vorfälle mit verschwindend geringem Anteil, zu der großen Masse an Bürgern auf offener Straße (Quelle: Polizei Sachsen).  Bewundernswert, wie sparsam die Deutschen friedlich spazieren gehen können. In Frankreich fallen die Kollateralschäden durch Demonstrationen wesentlich höher aus.




Politiker greifen erst einmal in die Nazi-Schublade

   Wilde Spekulationen über Rechtsradikalität der Spaziergänger wurden zu Anfang aufgrund der überschaubaren Anzahl an Teilnehmern von den Politikern gestreut. Jedoch, aufgrund der wachsenden Menge von teilnehmenden Bürgern wieder völlig über den Haufen geworfen. Plötzlich ist die Politik verunsichert, stößt vor und rudert wieder zurück, da die Nazikeule nicht trifft? Wie tief die Schubladen besonders in der Politik auch hängen, sie werden mittlerweile schamlos aufgezogen. Sozialwissenschaftler geben sich derweil ahnungslos und wollen erst mal eine Studie machen. Alles weitere erübrigt sich durch wilde Spekulationen der Politiker - die den Bürgern zur Schnappatmung verleiten lassen. Die Rädelsführer können zwar ausfindig gemacht, aber aufgrund der demokratischen Grundrechte nicht aufgehangen werden. Zur Zeit herrscht eine Pattsituation zwischen Politikern und Demonstranten: Friedliches spazieren gehen und sich unter freiem Himmel versammeln ist ein Grundrecht aller Bürger. Nur, warum fangen plötzlich so viele Bürger gemeinsam damit an, von ihren Grundrechten Gebrauch zu machen?



Die Politiker werden eines Tages nicht nur die Worte und Taten ihres Handelns zu bereuen haben, sondern auch das furchtbare Schweigen der Mehrheit

   Was von der Politik folgt, ist ein bebuhen und bespucken der Übeltäter, welche zu einem Spaziergang aufrufen. Doch das eigentliche Übel, die schäbige Nachrede und das Stigmatisieren seitens der elitären Politik, stört offensichtlich den bürgerlichen Spaziergänger nicht. Und so sind viele Bürger damit beschäftigt, sich in diese neue Situation hinein zu finden - ein Stück bürgerliche Freiheit genießend, mit einem Spaziergang durch Dresden, seine Meinung unbehelligt unter seinesgleichen kundtun zu dürfen. Es ist auch mittlerweile eine notwendige und überfällige Form der zivilen Courage, den Politikern zu zeigen, das sie den Bürger bewusster wahr nehmen sollten, statt die bonzenhafte Staatsdiktatur des folgsamen Bürgers weiter auszubauen und die realwirtschaftliche Freiheit des Einzelnen weiter einzuschränken.

   Schön dabei zu beobachten, wie sich die Spreu vom Weizen trennt, wenn der friedliche Mob auf den Busch klopft. Viele Politiker wollen nicht einmal mit den Menschen reden, versuchen absurd hochmütig vom Pferd herab den Bürgern die Richtung gewissenhaft zu verbieten. Obgleich genau des Gespräches wegen die Bürger ja gemeinsam spazieren gehen. Auch wird es so manch einen Politiker geben, der in Angstschweiß ausbricht, weil die neue bürgerliche Freiheit (Meinung in solidarischer Gemeinsamkeit völlig unpolitisch, wortlos aussprechend und ohne Bedarf an Wasserwerfern und Schlagstöcken), ihn schlicht weg überfordert. Schließlich baut ein guter Teil unserer Demokratie auf das Mund verbieten, gängeln und provozieren, also dem Recht des Stärkeren, auf, auf dem die meisten Politiker trainiert sind.

Friedrich W. Nietzsche
Der Glaube an Autorität ist die Quelle des Gewissens: Es ist also nicht die Stimme Gottes in der Brust des Menschen, sondern die Stimme einiger Menschen im Menschen. Friedrich Wilhelm Nietzsche 


   Die Spreu vom Weizen wird diesmal von den Bürgerlichen selbst friedlich getrennt. Zur Spreu könnte offiziell auch ein Supergauck gehören. Denn, zu Anfang der Veranstaltung, bei überschaubaren Teilnehmerzahlen, waren diese alle noch gut als "Nazi" abstempelbar. Doch mit zunehmender Zahl von Teilnehmern, welche in statistisch schwindelerregender Höhe nicht verschwiegen werden kann, ist das kleine Töpfchen Nazistempeltusche schnell verbraucht gewesen. Behauptete unser amtierender Bundespräsident Gauck nicht einmal, der Osten sei im Gegensatz zum Westen gut entnazifiziert worden? Wie sollte es also plötzlich soviel Nazibrut in einem östlich gelegenen Bundesland wie Sachsen geben? Widersprüchlicher kann man Politik nicht handhaben. 17.500 spazierende Bürger, und es werden immer mehr, können doch nicht alle über Nacht rechtsradikal geworden sein? Und da hilft dann auch keine christlich präsidiale Predigt als Weihnachtsansprache an die multireligiöse Gemeinde Deutschland, wenn man so daneben liegt. Ebenso wenig hilf eine Neujahrsrede aus dem Bundeskanzleramt, das man diesen ach so herzlosen Menschen nicht folgen sollte. Warum auch immer solche Aufrufe noch kommen, sie berühren die Bürger immer weniger. Denn nachvollziehbar sind diese christlichen Doktrin schon lange nicht mehr bei unser aller Religionsfreiheit. Amen ihr Armen!

Die Gewissensfrage hoch zu Ross an den Reiter gestellt

   Welcher Bürger will sich heute noch in sein Gewissen reden lassen, bei der erfüllungslosen Politik von kaum vorhandener Subsidiarität aufgrund leerer Kassen und einer Finanzdiktatur?

Das genießerische "Deutschland geht es gut!"-Gericht
als frische Lüge aufgetischt

   Die allgemeine Staatsverpflichtung wird weiterhin nach unten abgewälzt. Die Schuld wird weiter auf die kleineren Schultern verteilt, ob genügend im schmaleren Geldbeutel ist oder nicht. Dem Kleinbürger bleibt nichts anderes übrig, die Lüge von der Armut zu schlucken und sich weiterhin für die staatliche Ideologie zur Armut zu verschulden; und sich wie ein kleiner Depp dabei zu fühlen.

   Doch die immerwährenden Durchhalteparolen der Politik, das es doch noch einmal besser wird, sind schon abgegriffen. Das monetäre Trommelfeuer der Finanz-Oligarchen, das wieder und wieder eine Finanzkrise kommen wird, eine Immobilenblase wieder zum platzen gebracht wird oder sonst eine von Gier gegebene Finanzkatastrophe kommt, prallt mittlerweile verständnislos an dem gläubigsten aller Christen ab. Diese Durchhalteparolen haben schon lange nichts mehr mit Nächstenliebe, sondern mit der Ausbeutung, dem puren Profit, zu tun.

   Die föderale Staatspolitik verzehrt dabei weiterhin sämtliche Vorräte und bürgerlichen Werte und förderalt vor allem den Reichtum der Reichen; unter völliger Verweigerung, den totgewirtschafteten Notleidenden eine qualitativ lebenswerte Eigenständigkeit zu ermöglichen. Und alles natürlich zum Wohle der Deutschen Wirtschaft, hauptsächlich den Oligarchen. Der Nachwelt wird dabei nichts weiter hinterlassen, außer immer höher werdende Schuldenberge, die die nachfolgende Generation abzutragen hat. Weil sein Vorfahre aus der Dummheit heraus wieder einmal "Ja" geschrien hat, um sich selbst der Nächste sein.

Albert Einstein
Zwei Dinge sind unendlich: das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher. Albert Einstein


   Es führt kein Weg daran vorbei, an der Schuldenübernahme, statt des Schuldenschnitts. Die Vollstreckung erfolgt per Sozialgesetz. Dem Gesetz, das nicht nur von der UNESCO als Menschenunwürdig geächtet wird, sondern mittlerweile sogar von den Paritätischen, der Kirche selbst, stark kritisiert und angezweifelt wird.

   Falsche Versprechen der Politiker werden nun eingefordert. Wo bleibt der Wohlstand durch Wachstum? Die Bürgerlichen steigen solidarisch zur politischen Triebkraft auf und wollen den Politikern schamlosen Lügen verbieten. Sie wollen Teil haben und auch etwas von den schwarzen Zahlen abhaben. Die Bürger haben es schlicht weg satt, sich seit dem Mauerfall einen vom Pferd erzählen zu lassen. Das sogar im Westen schon länger als im Osten, dank dem immerwährenden Soli, dessen Verfallsdatum - nicht nur der Abgabe selbst, sondern auch des Urhebers - schon lange überschritten ist.

   Ob die Islamisierung des Abendlandes dabei das richtige Thema ist, wird besonders im Westen sehr kontrovers diskutiert, ist dieser Landesteil doch schon längst überlaufen. Dortmunder Norden und Duisburg, ganze Stadtteile sind bereits verloren. Werdohl, im Sauerland zählt nur noch 30% deutschstämmige Einwohner. Hat man sich daran gewöhnen können? Oder gärt es doch? Zudem quält uns alle ein neuer Begriff: Präkariat prägt seit kurzem unser Gesellschaftsbild und umschreibt die bewusste Wahrnehmung an mangelnder Sicherheit, hauptsächlich der Arbeitsstelle, aber auch in sozial schwieriger Lage. Ein Begriff, mit dem ein Politiker nicht viel anfangen kann, stammt er doch aus der Soziologie und könnte vielleicht ein Querverweis zum Verhalten eines friedlichen Spaziergänger sein. Nicht jedoch eines Politikers, welcher sich darüber aufregt, das Bürger während eines Spaziergangs etwas von ihm einfordert. Die Angst geht umher!

Bei aller Religionsfreiheit

Arthur Schopenhauer
Die wohlfeilste Art des Stolzes hingegen ist der Nationalstolz. Denn er verrät in dem damit Behafteten den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz sein könnte, indem er sonst nicht zu dem greifen würde, was er mit so vielen Millionen teilt. Wer bedeutende persönliche Vorzüge besitzt, wird vielmehr die Fehler seiner eigenen Nation, da er sie beständig vor Augen hat, am deutlichsten erkennen. Aber jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz sein könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu sein. Hieran erholt er sich und ist nun dankbarlich bereit, alle Fehler und Torheiten, die ihr eigen sind, mit Händen und Füßen zu verteidigen.
Arthur Schopenhauer

   Es langt der Blick in den eigenen Geldbeutel, um zu wissen, das man selbst immer weniger zum eigenen Leben hat. Und der stetig ansteigende Wettbewerb wirft die traditionell erlernte Menschlichkeit und die Fähigkeiten regelmäßig über Bord. Die Gewählten sollen für das bürgerliche Wohl da sein, von dem es spürbar weniger für alle gibt. Doch diese folgen lieber den Koffer-Lobbyisten, statt ihrem vom Volk gegebenen Wahlauftrag. Plötzlich und unverhofft demonstrieren Zehntausende. Sie gehen auf die Straße und tragen Plakate vor sich her. Gegen die Islamisierung des Abendlandes sind diese Bürger und Patrioten nennen sie sich. Die bei solchen Veranstaltungen entstehenden Pressestatements werden gleich zu Anfang verweigert, weil man der Mainstreampresse nicht traut und eine Meinungsverfälschung fürchtet - Die Darstellung falscher Tatsachen vielleicht oder die Falschdarstellung der eigenen Meinung? Die vierte Macht im Staat, sie wird gefürchtet! Die Spaziergänger hüllen sich lieber in Schweigen und bleiben unter sich, zu zehn- oder vielleicht sogar zu hunderttausende.

   Und kein Politiker weiß tatsächlich, warum sich so viele Menschen auf die Straße begeben, weil es keine Antworten auf die Mainstreamfragen gibt. Die Bürger haben die Schnauze voll von dem Mainstream und dem durchgespülten und spurtreuen Forderungen der Lobbyisten. Dafür braucht man keine soziologische Studie, dafür reicht auch normaler, gesunder Menschenverstand. Doch der wird in unserer heutigen Gesellschaft am wenigsten vorausgesetzt, selbst wenn er da ist. Verstand braucht heutzutage niemand mehr, in Zeiten der Bedingungslosigkeit.

   "Bin ich für Pegida, bin ich dagegen? Bin ich ein Nazi oder nicht? Warum gehen die Bürger auf die Straße und sollte ich da vielleicht mit gehen?" Solche und ähnliche Fragen wird sich die überwiegende Mehrheit der Bürger dieses Landes stellen, nicht nur in Dresden oder im Land Sachsen. Sondern auch in dem Rest der Bananenrepublik und mittlerweile auch europaweit. Denn Pegida ist ein Phänomen, welches auch in den anderen EU-Ländern an den Stammtischen diskutiert wird. Alle schauen nach Deutschland. Was da wohl passieren mag?

   Und, man merkt die Islamisierung des Staates auf einmal deutlich. Denn vorher wurde nur hinter vorgehaltener Hand gesprochen. Jetzt aber, da die Schleuse geöffnet wurde von den Massen an Spaziergängern, da wird sich getraut auch mal eine deutsche Meinung zu äußern. Viel zu lange hingt man mit Dieser hinter dem Berg, so die allgemeine Ansicht mit der Aufforderung zu sich selber ehrlich zu sein, sich über die Asylpolitik vielleicht sogar zurecht zu ärgern. Stellt man doch die Versorgung eines Asylanten über die eines Ureinwohners, den das Schicksal auf diesen Teil der Erde am härtesten getroffen hat.

Selbst mit Humor nicht zu verstehen

   Doch sofort ist sie da - die Gegendemonstration! Niemand weiß wirklich wogegen demonstriert wird. Denn die PEGIDA-Anhänger äußern sich in keinem größeren Wortschwall. Es kann überhaupt kein Schlagabtausch mangels Argumenten geben. Aber erst einmal dagegen sein, wogegen auch immer. Nachdenken braucht man nicht, die Meinung ist schweigende Zivilcourage.

Die schlimmste Überlegung jedoch, ist die Strategische

   Denn, wenn die Politik sich überlegt, die PEGIDA-Anhänger zu etablieren, um die schwindende Stimmenmehrheit in den Ländern zu kompensieren - allein um Handlungsfähig zu bleiben und auszublenden, das die vorgegebene Alternativlosigkeit gar nicht gut beim Wähler ankommt - manifestiert sich der Begriff Prakarität noch tiefer in unsere Gesellschaft und entsolidarisiert auch noch das letzte bisschen gesunden Menschenstolz. Was dann zur Folge hat, das es nicht mehr bei einem friedlichen Spaziergang bleiben wird.

   Es bleibt spannend, wie es sich entwickeln wird. Deutschland ist ein innovativer Standort. Leider nur für soziale Experimente, die bei der Bevölkerung nicht gut ankommen, seit Jahrzehnten. Wirtschaftliche Stabilität soll die Investoren in das Land bringen, so lernte man es früher. Heute wird lieber in Fonds investiert. Die Realwirtschaft spielt sich eh auf der asiatischen Seite des Planeten ab. Arbeitsplätze werden in Deutschland nicht mehr gefördert und geschaffen. Zu viele Investitionshemmnisse beim Faktor Mensch!