Journal von Hademarern für Hademarer um Hademare!

Dienstag, 7. Oktober 2014

Lisa und Markus spielen im Sandkasten oder: Wie die Freiheit des Menschen immer kapitaler verdrängt wird.

Aber wer versteht denn so einen ökonomischen Kauderwelsch?

Nun ist es wieder so weit! Ein Aufruf an Alle, es geht um TTIP und CETA. Es heißt: TTIP und CETA sind Verträge, in denen es um "den freien Handel" geht.

Hört sich gut an? Aber es sind Verträge, welche ausländischen Weltkonzernen die Freiheit gibt, sich die Gesetze selbst zu machen.

Verstehst du nicht? Die Weltkonzerne brauchen dann kein Volk mehr, die brauchen auch keine Gesetzgeber mehr oder Richter. Und überhaupt! Demokratie wird doch sowieso viel zu über bewertet. Geh dir lieber einen trinken.

Na und? Ausländische Konzerne können den Deutschen Staat auf Geld verklagen, wenn sie der Meinung sind zu wenig oder gar nichts an den Deutschen zu verdienen >Punkt<!

Ja moment mal!? Klappe!


Aber die Erklärung geht auch einfacher:

Lisa und Markus sind beide fünf Jahre alt. Sie spielen schön im Sandkasten. Da, plötzlich, kommt Ralf. Ralf ist Teenager. Den können Lisa und Markus überhaupt nicht leiden. Der will dann immer mit spielen. Er baut dann eine eigene Sandburg und verlangt dafür ihre Bonbons! Lisa und Markus sind dann immer am maulen. Sie wollen doch selber ihre Sandburgen bauen und schön machen, mit Steinchen und Ästen und Türmchen. "Da lebt doch eine Prinzessin drin", sagt Lisa dann immer. Doch Ralf interessiert die Prinzessin nicht, der will ja nur die Bonbons.

Ja der Ralf. Der verlangt immer ihre Bonbons, wenn er "mitspielt". In zehn bis fünfzehn Jahren werden Lisa und Markus ihn nur noch den "Don" nennen. Ihn wegen seiner Methoden, sich immer fremd zu bereichern, als Mafiosi bezeichnen. Doch bis dahin verstehen Lisa und Markus einfach nicht, warum der Ralf denn für seine doofe Sandburg ihre Bonbons haben möchte.

Lisa und Markus erzählen das ihren Eltern Zuhause. Und die Eltern schauen deshalb ab und zu mal am Sandkasten nach dem Rechten. Wenn sie Ralf sehen, weisen sie ihn immer zurecht: "Du kannst nicht einfach so von den Kleinen ihre Bonbons verlangen, nur weil du eine Sandburg baust. Die Bonbons bekommen nur liebe Kinder, die schön miteinander zusammen spielen". Das sagen sie ihm dann immer und sie versprechen ihm auch: "Du musst schon lernen mit den Kleinen richtig zu spielen, auf sie ein zu gehen und auch Rücksicht auf sie zu nehmen. Dafür bekommst du dann auch Bonbons, weil du dann lieb bist."

Eine Schöne Geschichte? Nicht ganz! 

Denn man stelle sich mal vor, die Eltern von Lisa und Markus hätten dem Ralf nichts zu sagen. Viel mehr noch! Man stelle sich mal vor, der Ralf hätte das Recht von den Eltern eine riesig dicke Tüte Bonbons zu verlangen, nur weil Lisa und Markus nicht mit ihm spielen wollen. Ist doch eine verkehrte Welt, oder?

Jetzt wird es komisch!

Der Ralf darf die dicke Tüte Bonbons von den Eltern verlangen, weil die Kleinen nicht mit ihm spielen wollen. Ja genau! Diese rechtlichen Verhandlungen passieren grade hinter verschlossener Tür, zwischen einer EU-Kommission, die das demokratische Gesetz aller 300 Mio. EU-Bürger außer Kraft setzt. Diese Verträge nennen sich TTIP und CETA.

Unsere Eltern haben dem Ralf nichts mehr zu sagen. Sie müssen ihm die Tüte Bonbons einfach geben, sonst haut er sie. Und der Ralf sagt den Eltern dann sogar noch, wie groß die Tüte sein muss, damit er nicht so feste zuschlagen muss.

Für denjenigen, der aufmerksamer gelesen hat! 

Der Ralf kommt aus den USA. Dem Land, wo gerne die Bonbons dem Anderen einfach weg genommen werden. Da zählt das Recht des Stärkeren. Da kann der Ralf bald, wenn wir nicht unsere Mutti jetzt ermahnen das Richtige für unsere Kinder zu tun, auch unseren Kindern und Kindeskindern die Bonbons einfach so weg nehmen. Dann kann der Ralf aus den USA von unserer Mutti immer wieder eine dicke Tüte Bonbons verlangen. Für etwas, das die Kleinen gar nicht wollen, was er aber hat und los werden will. Die dicke Tüte Bonbons bekommt er dann nur, weil wir nicht mit ihm spielen wollen.

Genau diese Geschichte wird tatsächlich passieren! 

Wenn die Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten (USA) als TTIP, und zwischen der EU und Canada als CETA abgeschlossen werden.

Dann kommt der Ralf aus den USA oder der Klaus aus Canada. Da kommt der Hugo, Phillip, Dieter, Rainer, Thomas, Andreas und wie sie alle heißen. Und plötzlich ist der Spielplatz Deutschland von den ganzen Halbstarken besetzt und die Mutti kann nichts machen. Die kann die nicht nach Hause schicken, weil sie nicht so viele Bonbons hat und Angst hat verhauten zu werden.

Ich persönlich frage mich eigentlich: Wenn die Amerikaner unsere "Bonbons" einfach so weg nehmen können, ohne das unsere Mutti das verhindert. Wozu haben wir eine Mutti? Jedes Jugendamt würde, zum Wohle des Kindes, sofort eingreifen im Fall des Spielplatzes. Ich frage mich, ob es bei unserer Mutti nicht ein Eidsbruch ist? Es ging ihr doch über die Lippen: "... zum Wohle des Deutschen Volkes!", oder?



Du bist dagegen?

Ja, da kann man NOCH etwas machen, das uns nicht die Bonbons einfach so weg genommen werden. Es gibt da eine richtig große selbst organisierte Europäische Bürgerinitiative gegen TTIP und CETA, welche gegen die geplanten Verträge einen revolutionären Ansturm führt.


"Genau zum richtigen Zeitpunkt: Ende des Monats tritt die alte EU-Kommission ab. Auf ihren letzten Metern versuchte sie noch alles, um den Handelsabkommen mit den USA und Kanada den Weg zu ebnen: CETA erklärte sie für fertig verhandelt – trotz der Widerstände in den EU-Mitgliedsstaaten. Unsere offizielle Europäische Bürgerinitiative gegen die Abkommen lehnte sie mit fadenscheinigen Gründen ab.

Bei der neuen Kommission unter Jean-Claude Juncker ist offen, ob sie die konzernfreundliche Linie fortführt oder eine kritische Haltung einnimmt. So sprach sich die designierte EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström erst klar gegen Schiedsgerichte bei TTIP und CETA aus. Dann ruderte sie wieder zurück. Juncker sagte, er werde nicht akzeptieren, „dass die Rechtsprechung der Gerichte in den EU-Mitgliedsstaaten durch Sonderregelungen für Investorenklagen eingeschränkt wird.“

Anfang November will Juncker vor dem Europaparlament verkünden, wie die neue Kommission zu TTIP und CETA steht.

Unsere Bürgerinitiative – getragen von 250 Organisationen aus ganz Europa – ist das Instrument, mit dem wir ihn zu einem Stopp bewegen können. Wenn wir mindestens eine Million Menschen hinter der Bürgerinitiative versammeln, dann werden die Abkommen politisch kaum mehr durchsetzbar sein – seien Sie dabei! 


Hier klicken – und Europäische Bürgerinitiative unterzeichnen..."


Und weiter heißt es:

"Armin KXXXXX – ja, Sie haben den Campact-Appell gegen TTIP und CETA schon unterzeichnet. Aber diese Unterschrift zählt nicht für die Europäische Bürgerinitiative und deshalb benötigen wir Ihre Stimme jetzt noch einmal. Unsere selbstorganisierte Bürgerinitiative orientiert sich an den Vorgaben der EU für das offizielle Instrument, das uns die EU-Kommission verwehrt hat.

PS: Welch mächtiges Mittel eine offizielle Europäische Bürgerinitiative sein kann – das hat die EU-Kommission kürzlich durch die Initiative „right2water“ erfahren. Die Initiative erzeugte so viel öffentlichen Druck, dass sie noch während ihrer Laufzeit die Pläne zur Privatisierung unserer Wasserversorgung zu Fall brachte. An diesen Erfolg wollen wir nun mit unserer selbstorganisierten Europäischen Bürgerinitiative anknüpfen.

Bürgerinitiative ganz einfach online unterzeichnen..."